Franken-BARF
Individuelle Ernährungsberatung für Hunde & Katzen

Ist BARF bei Erkrankungen ungeeignet?


Wenn ein Hund erkrankt, wird Rohfütterung manchmal grundsätzlich infrage gestellt. Häufig entsteht der Eindruck, ein erkrankter Hund müsse zwangsläufig auf ein spezielles Diätfertigfutter umgestellt werden.

So pauschal lässt sich das jedoch nicht sagen.


Nicht die Fütterungsform entscheidet

Eine Erkrankung bedeutet nicht automatisch, dass BARF nicht mehr geeignet ist.

Entscheidend ist vielmehr, welche Erkrankung vorliegt, wie stark sie ausgeprägt ist, welche Beschwerden bestehen und welche besonderen Anforderungen sich daraus an die Ernährung ergeben.

Erkrankungen können den Stoffwechsel einzelner Organe oder des gesamten Organismus beeinflussen. Eine entsprechend angepasste Ernährung kann deshalb einen wichtigen Bestandteil der begleitenden Behandlung darstellen. Auch in der klinischen Diätetik wird die Fütterung gezielt an die jeweilige Erkrankung angepasst.


Eine erkrankungsgerechte Ration kann ganz unterschiedlich aussehen

Je nach Erkrankung können ganz unterschiedliche Anpassungen notwendig sein.

Das kann beispielsweise die Energieversorgung, den Fettgehalt, bestimmte Proteinquellen, die Auswahl der Faserstoffe oder die Versorgung mit einzelnen Mineralstoffen und anderen Nährstoffen betreffen.

Bei Futtermittelunverträglichkeiten wiederum kann die gezielte Auswahl geeigneter Proteinquellen im Vordergrund stehen.

Es gibt deshalb nicht die eine „Krankendiät“, die für jeden Hund gleichermaßen geeignet ist.


Individuell zusammengestellte Rationen bieten viel Spielraum

Ein Vorteil selbst zusammengestellter Rationen besteht darin, dass einzelne Bestandteile gezielt ausgewählt und angepasst werden können.

Dabei können nicht nur die Erkrankung selbst, sondern auch weitere Erkrankungen, Unverträglichkeiten, Vorlieben und die individuelle Verträglichkeit des Hundes berücksichtigt werden.

Gerade wenn mehrere Besonderheiten gleichzeitig vorliegen, kann diese Flexibilität hilfreich sein.


Es muss nicht immer roh sein

Auch wenn meine Ernährungsberatung ihren Ursprung im BARF-Bereich hat, muss ein erkrankter Hund nicht um jeden Preis roh gefüttert werden.

Bei manchen Hunden kann eine gekochte Ration sinnvoller oder besser verträglich sein. Auch ein individuell zusammengestellter Futterplan auf Basis geeigneter Reinfleischdosen ist möglich.

Meine Futterpläne können deshalb nicht nur als BARF-, sondern auf Wunsch auch als Kochplan oder auf Basis von Reinfleischdosen erstellt werden.

Entscheidend ist nicht, eine bestimmte Fütterungsform durchzusetzen, sondern eine Lösung zu finden, die zum jeweiligen Tier und seiner Situation passt.


Vorhandene Befunde können für die Futterplanung wichtig sein

Bei einem gesunden erwachsenen Hund reichen für die Erstellung eines Futterplans häufig die üblichen Angaben zu Gewicht, Alter, Aktivität und bisheriger Fütterung aus.

Bei Erkrankungen kann eine deutlich ausführlichere Anamnese notwendig sein.

Je nach Fall können beispielsweise die Krankheitsgeschichte, aktuelle Beschwerden, Medikamente, Blutwerte, Kotuntersuchungen, Ultraschallbefunde oder Klinikberichte wichtige Informationen liefern. Genau deshalb werden diese Angaben bei der Anamnese erkrankter Tiere berücksichtigt.

Nicht jeder Befund erfordert automatisch eine umfangreiche Auswertung. Bei komplexeren Fällen kann jedoch zunächst eine ausführlichere Fallanalyse notwendig sein, bevor sinnvoll entschieden werden kann, wie die zukünftige Fütterung gestaltet werden sollte.


Ernährungsberatung ersetzt keine tierärztliche Behandlung

Eine angepasste Ernährung kann bei vielen Erkrankungen einen wichtigen unterstützenden Beitrag leisten.

Sie ersetzt jedoch weder eine notwendige tierärztliche Diagnostik noch Medikamente oder andere erforderliche Behandlungen.

Gerade bei erkrankten Tieren ist es wichtig, zunächst zu wissen, womit man es zu tun hat. Ernährungsberatung und tierärztliche Behandlung können sich dabei sinnvoll ergänzen.


Auch bestehende Futterpläne müssen nicht automatisch komplett verworfen werden

Nicht immer ist bei einer Erkrankung sofort ein vollständig neuer Futterplan notwendig.

Manchmal lässt sich eine bestehende Ration sinnvoll anpassen. In anderen Fällen zeigt die Überprüfung jedoch, dass größere Veränderungen erforderlich sind oder eine Neuerstellung die bessere Lösung darstellt.

Deshalb ist gerade bei komplexeren Fällen eine sorgfältige Betrachtung der bisherigen Fütterung wichtig, bevor entschieden wird, wie weiter vorgegangen wird.


Fazit

Eine Erkrankung bedeutet nicht automatisch, dass BARF ungeeignet ist.

Entscheidend ist immer das konkrete Tier mit seiner Erkrankung, seinen Beschwerden, seiner Vorgeschichte und seinen individuellen Bedürfnissen.

Je nach Situation kann eine angepasste BARF-Ration sinnvoll sein. Für einen anderen Hund kann eine Kochration oder eine Fütterung auf Basis geeigneter Reinfleischdosen die bessere Lösung darstellen.

Eine Erkrankung erfordert deshalb nicht zwangsläufig eine bestimmte Fütterungsform – sondern vor allem eine individuell angepasste Ernährung, die zur jeweiligen Situation des Tieres passt.




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