BARF ist für Welpen nicht geeignet?
Gerade bei Welpen besteht häufig Unsicherheit, ob eine Rohfütterung überhaupt geeignet ist.
Manchmal hört man sogar, Welpen dürften grundsätzlich nicht gebarft werden, weil sich eine selbst zusammengestellte Ration im Wachstum nicht sicher bedarfsgerecht gestalten lasse.
So pauschal stimmt das nicht.
Welpen können grundsätzlich von Anfang an gebarft werden
Auch ein wachsender Hund kann mit einer entsprechend zusammengestellten BARF-Ration ernährt werden.
Entscheidend ist deshalb nicht die Frage, ob ein Welpe grundsätzlich BARF bekommen darf, sondern wie seine Ration zusammengestellt wird.
Gerade im Wachstum ist eine hochwertige und bedarfsgerechte Ernährung besonders wichtig.
Ein Welpe ist kein kleiner erwachsener Hund
Die Ernährung eines Welpen unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt von der eines ausgewachsenen Hundes:
Der Welpe wächst – und damit verändern sich seine Bedürfnisse fortlaufend.
Knochen, Muskulatur und andere Gewebe befinden sich in der Entwicklung. Gleichzeitig verändert sich das Körpergewicht innerhalb relativ kurzer Zeit erheblich.
Deshalb kann ein Welpenfutterplan nicht einfach erstellt und anschließend über Monate unverändert weitergefüttert werden.
Futtermenge und gegebenenfalls auch die Zusammensetzung müssen regelmäßig an Gewicht und Entwicklung angepasst werden.
Im Wachstum kommt es besonders auf die richtige Versorgung an
Energie, hochwertiges Protein, Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente müssen in einer zum Wachstum passenden Menge zur Verfügung stehen.
Besonders die bedarfsgerechte Versorgung mit Calcium und Phosphor spielt bei der Entwicklung des Skeletts eine wichtige Rolle. Dabei müssen sowohl die Mengen als auch ihr Verhältnis zueinander berücksichtigt werden.
Dabei gilt ausdrücklich nicht: Viel hilft viel.
Sowohl eine deutliche Unterversorgung als auch eine Überversorgung bestimmter Nährstoffe kann im Wachstum problematisch sein.
Auch die Energieversorgung spielt eine wichtige Rolle. Eine zu hohe Energiezufuhr kann ein zu schnelles Wachstum begünstigen. Gerade bei großwüchsigen Welpen ist deshalb eine kontrollierte, gleichmäßige Entwicklung wichtig.
Ziel ist nicht, dass der Welpe möglichst schnell groß wird, sondern dass seine Energie- und Nährstoffversorgung zu seiner individuellen Entwicklung passt.
Eine Prozentzahl allein reicht beim Welpen nicht
Bei BARF wird die Futtermenge häufig anhand eines bestimmten Prozentsatzes des Körpergewichts angegeben.
Das kann eine Orientierung sein, ersetzt beim Welpen aber nicht die Beurteilung seiner tatsächlichen Entwicklung.
Zwei gleich schwere und gleich alte Welpen können einen unterschiedlichen Energiebedarf haben.
Deshalb werden Gewicht, Körperentwicklung und Futtermenge regelmäßig betrachtet und die Ration entsprechend angepasst.
Das Gewicht sollte regelmäßig kontrolliert werden
Ein Welpe soll wachsen – aber möglichst gleichmäßig und passend zu seiner individuellen Entwicklung.
Regelmäßiges Wiegen gehört deshalb zu einer gut begleiteten Welpenfütterung dazu.
So können Veränderungen früh erkannt und die Futtermengen entsprechend angepasst werden.
Gerade in den ersten Lebensmonaten können solche Anpassungen häufiger notwendig sein, weil sich Gewicht und Bedarf schnell verändern.
BARF muss beim Welpen trotzdem nicht kompliziert sein
Eine bedarfsgerechte Welpenfütterung bedeutet nicht, dass jeden Tag zahlreiche einzelne Zutaten neu berechnet und grammgenau zusammengestellt werden müssen.
Mit einem passenden Fütterungskonzept lässt sich BARF auch während des Wachstums gut in den Alltag integrieren.
Gerade geeignete Komplettmischungen können die Umsetzung erheblich erleichtern.
Die benötigte Menge lässt sich mit zunehmendem Körpergewicht unkompliziert verändern, ohne dass bereits fertig vorbereitete Einzelportionen ständig neu zusammengestellt oder ergänzt werden müssen.
Und was ist mit Fertigfutter?
Natürlich können Welpen auch mit einem geeigneten kommerziellen Alleinfuttermittel aufgezogen werden. Die Bezeichnung „Alleinfuttermittel“ bedeutet jedoch nicht, dass jedes Futter automatisch optimal zu jedem einzelnen Welpen passt.
Gerade im Wachstum spielen neben der Nährstoffversorgung auch Energiezufuhr, Futtermenge und die individuelle Entwicklung eine wichtige Rolle.
Bei einer individuell zusammengestellten Ration können diese Faktoren gezielt an den jeweiligen Welpen und seine Entwicklung angepasst werden.
Das bedeutet nicht, dass Fertigfutter grundsätzlich ungeeignet ist. Auch hier sollte die Fütterung zum individuellen Welpen passen.
Futterplan oder längerfristige Begleitung
Nicht jeder Halter benötigt während des gesamten Wachstums eine intensive Betreuung.
Ein individuell erstellter Welpenfutterplan kann eine gute Grundlage bieten, wenn der Halter die notwendigen Anpassungen anschließend selbst vornehmen möchte.
Wer sich während des Wachstums mehr Sicherheit wünscht, kann die Fütterung dagegen über einen längeren Zeitraum begleiten lassen.
Dabei werden Futtermenge und, sofern erforderlich, auch die Zusammensetzung regelmäßig an Gewicht und Entwicklung angepasst.
Fazit
Welpen können grundsätzlich gebarft werden.
Entscheidend ist nicht allein, ob die Nahrung roh oder fertig aus dem Futtersack kommt, sondern ob der Welpe mit Energie und allen notwendigen Nährstoffen passend zu seiner Entwicklung versorgt wird.
Eine selbst zusammengestellte Ration erfordert im Wachstum etwas mehr Aufmerksamkeit und regelmäßige Anpassungen – sie lässt sich mit entsprechendem Wissen und einer guten Anleitung aber durchaus bedarfsgerecht gestalten.
Gerade weil die Wachstumsphase so wichtig ist, sollte die Fütterung nicht dem Zufall überlassen werden.
© Franken-BARF
